Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Mailing-Feldkirchen

 

1873-1999

 

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Mailing erfolgte am 1. Juni 1873. Eine Reihe von Gründungsmitgliedern sind bekannt:

Johann Baier, Max Neumeier, Heinrich Wilhelm, Hubert Hallermeier, Sebastian Büchl, Josef Büchl, Max Prüller, Martin Prüller, Alois Obermeier, Michael Dollinger, Wendelin Witti, Urban Probst, Georg Büchl,

Anton Sangl, Josef Spreng, Balthasar Trübswetter, Martin Wittmann,

Xaver Harrer, Josef Weißberger, Wendelin Dunz.

Die Gründung der Feldkirchener Wehr erfolgte 9 Jahre später. Am 6. April 1882 wurde sie von 23 Bürgern, darunter Thomas Engl und Alois Spreng ins Leben gerufen.

Bis zum Zeitpunkt der Gründung der Freiwilligen Feuerwehren von Mailing und Feldkirchen standen der örtlichen Bevölkerung schon jahrzehntelang vorher verschiedene Löschgeräte gegen Feuersbrünste zur Verfügung.

 

Im Jahre 1794 schaffte die Stadt Ingolstadt für die 7 umliegenden Dorfschaften zwei Feuerspritzen an. Eine davon wurde in Mailing, die andere in Unsernherrn aufgestellt. Sie kosteten 450 fl. (Florin) je

Spritze und wurden von dem Kupferschmied Keilshofer und dem Glockengießer Duval aus Ingolstadt hergestellt. Die Stadt verlangte,

dass die beiden Spritzen von den Dörfern bezahlt werden. Die Dörfer behaupteten dagegen, dazu wäre die Stadt verpflichtet. Als nach zwei Jahren die beider Handwerksmeister auf Bezahlung drängten, wurde das Geld einstweilen vom Gotteshaus Mailing vorgeschossen, bis die

Frage der Bezahlung geklärt wäre und die Summe als Passivkapital der Gemeinde in der Kirchenrechnung vorgetragen ist.

Das kurfürstliche Stadtkommissariat stellte sich auf den Standpunkt der verbürgerten Dorfschaften, dass die Anschaffungskosten für die beiden Spritzen von der Gesamtgemeinde Ingolstadt, wozu die Dorfschaften Beiträge leisten, zu bestreiten wäre. Da die beiden Dorfschaften

Mailing und Unsernherrn auch kein Feuerhaus erbauten und auch sonst keinen geeigneten Aufbewahrungsraum zur Verfügung stellten,

wurden die beiden Spritzen in die städtische Feuerhalle gestellt.

Wie man es nun im Falle eines Brandes anstellte, ob die Dorfschaften ihre Spritzen holten oder die Ingolstädter ihnen dieselben hinausfuhren,

ist leider nicht bekannt. Warum man sich in eine Auslage von 900 fl.

stürzte, wenn die Verwendungsmöglichkeit der Spritzen nur eine beschränkte war, erscheint zunächst rätselhaft. Zur Entschuldigung der Ingolstädter muss jedoch gesagt werden, dass sie zur Anschaffung dieser Löschgeräte gemäß der staatlichen Feuerordnung vom 30. März 1794 gezwungen waren. Wie sehr es sich rächte dass man in diesem Punkte

zu keiner Einigung kommen konnte, zeigte sich bei dem Großfeuer in Feldkirchen im Jahre 1805, wo das Wirtshaus und noch zwei weitere Wohnhäuser (Hausnummer 68 und 69) dem Feuer zum Opfer fielen.

Auch sonst lag um diese Zeit das Feuerlöschwesen in den 7 Dorfschaften sehr im Argen. Anscheinend kümmerte man sich infolge der Uneinigkeit weder auf der einen, noch auf der anderen Seite um die Feuersicherheit in den Dörfern.

Nach dem Feldkirchener Brande griff daher das Polizeikommissiarat

scharf durch. Durch eine Besichtigung stellte es fest, dass in keiner einzigen der 7 Dorfschaften weder ein Feuerhaken noch eine Feuerleiter vorhanden war. Es befahl, dass für jedes Dorf die nötigen Haken und drei Leitern ohne Verzug beigeschafft werden müssen. Auch soll in jedem

Dorfe ein Platz ausfindig gemacht werden, wo diese Geräte aufbewahrt werden könnten. Ferner wurde verlangt, dass die Feuersbrünste zweckmäßig signalisiert werden sollen.

Betreffs Brandsignalisierung wurde nun im Stadtrat folgender Beschluss gefasst: „Wenn es im Burgfrieden oder in den nächstgelegenen landgerichtischen Dorfschaften brennt, soll der Turmer nach der nämlichen Richtung bei Tag die Fahne und bei Nach mit dem Licht die Laterne aushängen; es soll jedes Mal mit dem Feuerhorn Lärm gemacht werden, wozu das Sprachrohr vielleicht schiedlich appliziert werden kann, doch ist hierüber der Turmer zu vernehmen. Was das Leermachen der Trommel betrifft so dürfte es zur Vermeidung des Schreckens das Beste sein, wenn auf französische Art General-Alarm geschlagen werde (also durch das Militär), es solle ein diesbezügliches Schreiben an die Stadthalterschaft gesandt werden“. Was aber besonders notwendig gewesen wäre,

nämlich die beiden Spritzen in die Dorfschaften zu legen, darüber wurde nicht verhandelt.

Die erste Mailinger Feuerspritze war eine einfache einzylindrige Druckspritze, die Wasserzuführung erfolgte mit Hilfe der Eimerkette.

Diese Eimer waren aus Leder und infolgedessen teuer. Auch erforderten sie sorgfältige Behandlung, wenn das Leder nicht vorzeitig brüchig werden sollte. Es war deshalb ein großer finanzieller Vorteil, als von 1845 ab die Kübel aus Hanfgewebe hergestellt wurden und Mailing schaffte sich allmählich, auf Empfehlung des Landgerichtes, solche Kübel an.

Am 29. August 1849 wütete in Mailing ein Brand von so großem Ausmaß, dass die gesamte Ortschaft bedroht war. Er entstand in der Nacht im Haus des Gütlers Josef Lang und legte in kurzer Zeit Haus und Stadel, beide unter einem Dach, in Schutt und Asche. Trotz äußerster Anstrengung standen die Löschkräfte dem sich rasch ausbreitendem Feuer machtlos gegenüber und so brannten insgesamt sieben Gebäude (heute der

Bereich um die Marienstraße 1 bis zur Kreuzung Marienstraße/Regensburger Straße und entlang der Regensburger Straße 287, 289, 297 und 299) in kurzer Zeit bis auf die Grundmauern nieder.

Es ist möglich, dass dieser Brand durch Brandstiftung entstanden ist,

denn noch längere Zeit nach dem Unglück wurde die Mailinger

Bevölkerung von einem niederträchtigen Menschen durch Legung von Brandbriefen in Angst gehalten. Es wurde deshalb im September in einer Gemeindeversammlung beschlossen, eine Stillwache einzuführen.

Nach der Trennung der 7 Dorfschaften von der Stadt wurde für die neu gegründete politische Gemeinde Mailing die Frage der selbstständigen Organisation des gemeindlichen Feuerlöschwesens akut.

Erst im Jahre 1861 war die Ortsgemeinde in der Lage oder gewillt,

sich eine Löschmaschine zu kaufen – auf Kredit. Hersteller war der „Mechanikus“ Dominkius Kirchmair aus München. Sie kostete 750 fl.,

und wurde zu gleichen Teilen von der Kirchenstiftung St. Martin und der Gemeinde Mailing bezahlt. Im Jahre 1862 wurde mit einem Kostenvoranschlag von 500 fl. in Mailing ein Spritzenhaus für die neue erworbene Löschmaschine und die schon vorhandenen Löschrequisiten, wie Feuerleiter, Schläuche, Löschkübel etc. erbaut, und zwar mit 334 fl. in barem Geld und 166 fl. in Hand- und Spanndiensten. Auch mussten in dieser Zeit bis zur Jahrhundertwende mehrere Reparaturen an der Löschmaschine und verschiedenen Löschgeräten sowie Instandsetzungsarbeiten am Feuerwehrhaus von der Gemeinde bezahlt werden.

Die Feldkirchener Wehr schaffte sich in den sechziger Jahren ebenfalls eine Spritze an. Außer der Spritze waren noch folgende Geräte vorhanden: 13,5 Meter Schlauch, 2 lange Leitern, 3 Feuerhaken, 2 Feuergabeln und 11 Helme.

Noch im Gründungsjahr erfolgte ein weiterer Ausbau des Löschwesens durch Anschaffung einer Stützenleiter, zweier langen und zweier kurzen Dachleiter und 8 Gurte mit Leinen im Gesamtanschaffungswert von 266.- Mark, wozu der Kreis 100.- Mark und der Distrikt 100.- Mark beisteuerte.

Es zeigte sich aber bei dieser Gelegenheit auch, dass die Anschaffung einer vierrädrigen bespannbaren Spritze eine Notwendigkeit war. 1833 ist von einer „alten, tragbaren Spritze“ die Rede, die im Laufe der Jahre „unbrauchbar geworden“ war.

Leider fehlte es an Geld, zudem auch der Bau des Feuerwehrhauses im Jahre 1883 200.- Mark verschlungen hatte. Eine Eingabe an die Königliche Regierung von Oberbayern am 31. Mai 1883 um Geldunterstützung wurde abschlägig beschieden, da dem Verein ein Jahr zuvor bereits 200.- Mark aus öffentlichen Mitteln zugewiesen worden war.

Trotz dieser Schwierigkeiten brachte es die Feldkirchner Wehr fertig,

in den Besitz eine fahrbaren Spritze zu gelangen, wenn es auch keine vierrädrige sondern nur eine zweirädrige war.

Die neue, langersehnte vierrädrige Feuerspritze lieferte dann die Feuerlöschgeräte-Fabrik G.A. Hermann aus Schweinfurt am 7. Oktober 1891 für 1250.- Mark. Die Spritze hatte ein Gewicht von 750 kg.

Es war eine Saug- und Druckpumpe mit 2 Ausmündungen

und erlaubte gleichzeitiges Saugen und Spritzen.

Mit dieser Spritze konnte sich die Feldkirchner Feuerwehr schon sehen lassen. Die Größe der Spritze machte es notwendig das

Feuerwehrhaus zu verlängern. Zur Begleichung der immerhin hohen Kosten war die Ortsgemeinde genötigt, ein Kapital von 800.- Mark bei der Bayerischen Vereinsbank München aufzunehmen. Die Spritze

versah noch bis in die dreißiger Jahre ihren Dienst bei der

Feldkirchner FW. 1899 wurden eine Leiter und 60 Meter neue Schläuche beschafft. Am 26. Juni 1898 beteiligte sich sowohl die Mailinger als auch die Feldkirchner Wehr am Feuerwehr-Delegiertentag in Ingolstadt. Leider waren die Mailinger beim Festzuge ziemlich in die Mitte des Zuges gekommen, sodass man von der schönen Musik an der Spitze nicht viel hörte.

In der Zeit um die Jahrhundertwende war es schon Tradition den Feuerwehrball zu besuchen. Mitglieder hatten 50 Pfennig, Nichtmitglieder 1.- Mark Eintritt zu entrichten.

Das auf das Jahr 1907 fallende 25-jährige Jubiläumsfest wurde von der Feldkirchner Wehr am 28. Juni 1908 gefeiert. Es war eine Festlichkeit,

wie sie Feldkirchen bis dahin wohl selten gesehen hat. Zahlreiche Feuerwehren aus nah und fern waren herbei geeilt und das Gasthaus konnte nur einen kleinen Teil all der Festgäste fassen. Die Bierfuhrwerke sollen dabei fast ununterbrochen von Ingolstadt herausgefahren sein.

Nicht verwunderlich, ein Feuerwehrmann versteht sich aufs Löschen.

Aber trotzdem verlief das Fest in schönster Harmonie und „spät noch, ja sehr spät sogar, sah man in den Gassen den einen oder anderen der biederen Feuerwehrmänner zum heimischen Herde zickzaken, an einem Arm Helm und Gurt gehängt, am anderen Arm hilfreich gestützt von der Gattin, der Teuren“.

Am 6. Juli 1919 hatte die FF Mailing die Aufgabe, den 27. Delegiertentag des Bayerischen Feuerwehrverbandes Ingolstadt-Land auszurichten. 44 Feuerwehrvereine konnten hierzu in Mailing begrüßt werden.

Am 10 Juni 1923 wurde das 50-jährige Gründungsjubiläum mit Kirchenparade und Festgottesdienst gefeiert. Die Feuerwehren aus Feldkirchen, Großmehring, Ingolstadt, Hepberg, Kösching, Demling und Theißing waren zu Gast. Die Eintrittspreise für die Veranstaltung dieses Jubiläums lagen für Mitglieder bei 2000.- Mark, für

Nichtmitglieder bei 3000.- Mark. Diese hohen Eintrittspreise beinhalteten aber nicht etwa den Anspruch auf Darbietung besonderer künstlerischer Leistung und Freibier etc., sondern schlicht und einfach auf der damals grassierenden hohen Inflation.

Für Feldkirchen wurde 1926 eine neue, fahrbare Schubleiter gekauft, eines Brandes in Feldkirchen erwies sich früher die Schwierigkeit der Wasserbeschaffung. Da fast alle Brunnen eine Tiefe von 8 bis 12 Meter aufwies, war man darauf angewiesen, das Wasser in Wasserfässern von dem fast ein Kilometer entfernten Mailinger Bach herbei zufahren.

Man ging deshalb im Jahre 1928, ein Jahr nach dem Brand beim

Wirtshaus Lieserl, daran, im so genannten „Donauranken“ ein ergiebiges Wasserreservoir anzulegen. Es war von der Dorfmitte nur etwa 100 Meter entfernt und durch Zwischenschaltung einer zweiten Spritze als Druckspritze konnten die meisten Häuser mit Wasser versehen werden.

Es liefert so reichlich Wasser, dass ein frühzeitiges Leerpumpen nicht befürchtet zu werden brauchte, selbstverständlich rächte es sich,

wenn die Pumpvorrichtung am Reservoir nicht instand gehalten wurde, wie sich das anfangs der dreißiger Jahre bei dem Brand eines Strohhaufens in der Nähe des Mesnerbauernhofes zeigte.

Die , in der Zeit des Dritten Reichs durchgeführte, völlige Umgestaltung des Feuerlöschwesens traf auch die Feuerwehren in Mailing und Feldkirchen. Die bisher in der Gemeinde voneinander organisatorisch unabhängigen Feuerwehren von Mailing und Feldkirchen, mit jeweils eigener Führung

und eigenem Verein, wurden im Jahre 1936 vereinigt. Die Feldkirchner Feuerwehr wurde dadurch als Löschzug der Feuerwehr der Gemeinde Mailing unterstellt, mit dem Ziel eine einheitliche Zusammenarbeit zu gewährleisten. Aber bereits 1939 existieren wieder zwei von einander unabhängige Wehren mit jeweils eigenem Kommandanten und Vorstand.

Am 28. September 1944 brannte es im Anwesen von Emmeran Engl (Hofbauer). Die Feuerwehren aus Feldkirchen, Mailing, Ingolstadt,

Kösching und Manching bekämpften die Flammen, die

in ungedroschenem Getreide immer wieder reichlich Nahrung fanden.

Zehn Nächte musste wegen Fliegergefahr eine Brandwache gestellt werden.

Im 2. Weltkrieg wurden viele Kameraden der beiden Wehren zum Kriegsdienst eingezogen. Davon kehrten mehrere nicht mehr in die

Heimat zurück.

Ein Neuanfang nach dem 2. Weltkrieg wurde in Mailing mit einer Versammlung und der Aufnahme der Vereinstätigkeit am 31. Dezember1946 gemacht. So wird ab 1947 wieder ein Feuerwehrball gehalten und ab 1950 finden im Gerner-Saal auch wieder

Weihnachtsfeiern statt.

Der Neuanfang in Feldkirchen beginnt mit Wiederherstellung

der Freiwilligen Feuerwehr und der Belebung des Vereinslebens in einer Feuerwehrversammlung am 20. September 1948.

Mit zweijähriger Verspätung feiert die Mailinger Wehr am 11. Juni 1950 ihr 75-jähriges Gründungsjubiläum im Hof des Gasthof Liepold.

18 Wehren aus der Umgebung konnten dazu begrüßt werden. Bei diesem Fest wird auch eine neue Motorspritze vorgeführt, die 1954 in den Besitz der Wehr übergeht.

Am 14. Januar 1953 brennt das Anwesen von Sebastian Lohr.

Die Wehren aus Mailing mit 45 Mann, Feldkirchen mit 12 Mann und Ingolstadt mit 8 Mann bekämpfen den Brand. Die Scheune und die angebaute Stallung werden ein Raub der Flammen.

Am 6. Januar 1958 bricht im Anwesen von Richard Hunsdorfer ein größerer Brand aus. Die Wehren aus Feldkirchen, Mailing und Ingolstadt löschten den Brand, dem die Scheune und der Viehstall zum Opfer fielen. Die nachalarmierten Wehren aus Manching und Gaimersheim brauchten nicht mehr einzugreifen.

Am 4. Mai 1958 erhält die Mailinger Wehr eine neue

Tragkraftspritze (TS 8) für 4.000.- DM. Eine weitere Verbesserung des Feuerschutzes der Gemeinde wird 1958 durch die Erstellung einer zentralen Wasserversorgung erreicht.

In der Nacht vom 20. auf den 21. November 1958, bricht um 2.15 Uhr, im Gerner-Anwesen ein Brand aus. Gedroschenes Getreide, Heuvorrat, Schlepper und verschiedene landwirtschaftliche Maschinen wurden vernichtet. 50 Feuerwehrleute aus Mailing, Feldkirchen und Ingolstadt

hatten nach 2 Stunden den Brand gelöscht.

Zum ersten Mal legte eine Löschgruppe der FF Mailing am 8. Juni 1961 eine Leistungsprüfung der Stufe 1 des Bayerischen Feuerwehrleistungsabzeichens mit Erfolg ab.

1962 erhält die FF Mailing ein Tragkraftspritzenfahrzeug

(TSF, Ford-Transit) mit feuerwehrtechnischer Ausrüstung der Firma

Ziegler. Die Schlagkraft und Schnelligkeit der Wehr wurde damit bedeutend erhöht.

1963 wurden in Mailing vier und in Feldkirchen zwei Sirenen für die Alarmierung der Feuerwehr neu installiert. Die bisherige Alarmierung der beiden Wehren durch die Hornisten gehörte damit der Vergangenheit an. Der heutige Doppelnamen Mailing-Feldkirchen hat sich aus dem Zusammenschluss der Freiwilligen Feuerwehren aus Mailing und Feldkirchen ergeben, der im Jahre 1963 vollzogen wurde. Mit dem Zusammenschluss wurden nun alle Löschgeräte und die sonstige Ausrüstung im Mailinger Feuerwehrhaus gelagert. Das Feldkirchener Feuerwehrhaus, das seinen Standort hinter dem Hofbauer-Anwesen,

in der heutigen Limesstraße, im Bereich der dortigen Telefonzelle hatte, wurde im Zuge der Vereinigung abgerissen. Die Sterbefallhilfe beider Wehren wurde nach der Vereinigung aufgelöst.

1964 zog die Wehr, von dem nun Jahrzehnte alten Feuerwehrhaus am St. Martins-Platz vor der Kirche, in das Untergeschoß der neuerbauten Schulturnhalle um, Das alte Mailinger Feuerwehrhaus wurde noch von der Gemeinde weiter benutzt und im Jahre 1974 abgerissen.

Am 20. Dezember 1967 brennt die Schreinerei Schlund. Die Feuerwehren aus Mailing-Feldkirchen und Ingolstadt löschten den

Brand bei grimmiger Kälte. Besondere Dienste leistete dabei die Drehleiter der FF Ingolstadt. Bei Donau-Hochwasser in den sechziger und anfangs der siebziger Jahre musste die Wehr mehrmals zum Verstärken der Donaudämme und zur Dammwache ausrücken.

Die Eingemeindung der bisherigen selbstständigen Gemeinde Mailing-Feldkirchen im Rahmen der Gebietsreform im Jahre 1972 in die Stadt Ingolstadt als Ortsteil Mailing-Feldkirchen, brachte auch für die Freiwillige Feuerwehr einige Änderungen. Die bisher unabhängige Wehr wurde der Freiwilligen Feuerwehr Ingolstadt als Abteilung Mailing-Feldkirchen angeschlossen und wird seitdem von einem Zugführer anstelle eines Kommandanten geführt.

1973 wird das 100-jährige Gründungsjubiläum im kleinen Rahmen gefeiert. Zum Programm gehörte auch eine Einsatzübung in Mailing, bei

der die Wehr ihre gesamte Ausrüstung, unter den Augen vieler Gemeindebewohner, zum Einsatz brachte.

1974 wurde ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF 8, Mercedes-Benz, Ziegler-Aufbau) in Dienst gestellt. Zur Ausrüstung des neuen Fahrzeuges gehörten auch 4 Atemschutzgeräte. Deshalb unterzogen sich zum ersten Mal mehrere Kameraden der Sonderausbildung Atemschutzgeräteträger. Die zusätzliche Stationierung eines Gerätewagens-Öl (GW-Öl, Unimog)

1975 führte zu sehr beengten Verhältnissen im „Keller“. Trotz ungenügender Räumlichkeiten gelang es der Wehrführung immer wieder, die Mannschaft zu motivieren und genügend Nachwuchs anzuwerben.

Die zweite Gruppe einer freiwilligen Feuerwehr in Ingolstadt, die die Leistungsprüfung der Stufe III/5 (Gold-Rot) mit Erfolg ablegte, stellte die FF Mailing-Feldkirchen . Die Abnahme erfolgte am 22. September 1978.

Ein vorläufiger Höhepunkt in der Geschichte der Wehr ist der

Bezug des neuen, zentral gelegenen Feuerwehrgerätehauses. Das in der Nachbarschaft zu Schule und Pfarrzentrum gelegene Gerätehaus konnte endlich nach 21 Jahren Kellerdasein im Januar 1985 bezogen werden.

Gut vier Wochen nach dem Einzug in das neue Haus wurde die Wehr gleich zu einem großen Scheunenbrand im Prüller-Anwesen gerufen. Den Wehren aus Mailing-Feldkirchen, Ingolstadt, Ringsee, Ober- und Unterhaunstadt gelang es, die Ausweitung des Brandes auf das

Wohnhaus mit Gastwirtschaft und verhindern.

Die Entsorgungsanlagen der Stadt, die Müllverwertungsanlage (MVA) und die Zentralkläranlage, die im Osten von Mailing-Feldkirchen anfangs der siebziger Jahre angesiedelt wurden, waren bisher mehrmals größere Einsatzorte der Wehr.

So geriet am 9. Oktober 1984 bei Umbauarbeiten auf dem Biogasbehälter der Zentralkläranlage Rostschutzöl in Brand. Den Feuerwehren aus Mailing-Feldkirchen, Ingolstadt, Ringsee, Ober- und Unterhaunstadt gelang es, mit einem konzentrierten Schaumangriff die Flammen zu ersticken und den Schaden zu begrenzen.

Mehrmals mussten auch schon in Zusammenarbeit mit der FF Ingolstadt Brände in der MVA bekämpft werden, so z.B. im Müllbunker oder in der Stromverteilungszentrale.

Seit dem 25. Juli 1990 wird der Feuerwehrverein beim Amtsgericht Ingolstadt, Registergericht, als eingetragener verein (e. V.) im Vereinsregister geführt.

Im Jahre 1990 kam zum ersten Mal auch das weibliche Geschlecht zum Zug. Die aus Mädchen und Jungen bestehende Jugendgruppe erwarb das Jugendleistungsabzeichen und eine Gruppe aus Jungen und Mädchen

legte 1991 erfolgreich die Stufe I (Bronze) des bayerischen Feuerwehrleistungsabteichens ab.

Einer der Höhepunkte in der Geschichte unserer Wehr war zweifelsfrei das 120-jährige Gründungsfest vom 11.-13. Juni 1993. Zu diesem besonderen Anlass wurde die Fahne feierlich am Festsonntag geweiht. Nach dem Festgottesdienst fand ein Umzug mit mehr als 60 Vereinen durch den festlich geschmückten Ort statt.

Am 13.04.1994 wurde der Landkreis Pfaffenhofen von einem der größten Hochwasser der jüngeren Vergangenheit heimgesucht. Im Zuge

der überörtlichen Hilfeleistung wurden die Feuerwehren der Stadt Ingolstadt nach Pfaffenhofen gerufen. Die damalige Abteilung Mailing

wurde um 22:39 Uhr alarmiert um kämpfte bis in die frühen Morgenstunden und den darauf folgenden Tag gegen die Wassermassen an. An den folgenden Tagen wurde die Abteilung Mailing noch an mehreren Einsatzstellen im Landkreis Pfaffenhofen eingesetzt.

Mit Gründung der Berufsfeuerwehr Ingolstadt 1994 ergaben sich auch für die FF Mailing einige grundlegende Veränderungen, die sich jedoch im

Laufe der Jahre nur zum Positiven entwickeln sollten.

Zu erwähnen ist auch der Brand im Sprengkommando Katharinenberg am 07.02.1995. Auf Grund des besonderen Einsatzortes wurden vorsorglich alle Feuerwehren im Umkreis alarmiert. Darunter auch die Feuerwehr Ingolstadt inklusive der Abteilung Mailing. Durch die Massen an anrückenden Feuerwehrfahrzeugen bot sich ein eindrucksvolles Bild in der Dunkelheit. Der Brand selbst konnte jedoch schnell unter Kontrolle gebracht werden.

Unvergessen bleibt auch der Einsatz am 24.04.1995. Damals wurden auf dem Anwesen von Lorenz Prüller, aufgrund von Brandstiftung, große Mengen Stroh ein Raub der Flammen. Die Kameraden aus Mailing, Unter- und Oberhaunstatt, sowie die der Berufsfeuerwehr und der FF Stadtmitte bekämpften den Brand bis in die frühen Morgenstunden.

Ein besonderer Einsatz ereignete sich am 02.03.1996 auf der BAB München-Nürberg. Dort war gegen 23.30 Uhr ein holländischer Reisebus verunglückt. Die Abteilung Mailing wurde um 00.19 Uhr allarmiert. Kurrioser Weise wurde die Alarmierung jedoch nur von einem einzigen Feuerwehrmann wahrgenommen. Dieser ließ sich davon aber keineswegs abschrecken und stand als Einzelkämpfer seinen Mann.

Das Vereinsheim des TC Mailing wurde am 28.06.1996 ein Raub der Flammen. Das komplette Inventar sowie große Teile des Gebäudes wurden vernichtet.

Kurze Zeit nach dem Brand im „Tennisheim“ brannte am 14.07.1996 das ehemals bekannte Ausflugslokal „Rodinghütte“, welches ebenfalls fast vollständig vernichtet wurde.

Das Jahr 1997 war geprägt von Stürmen, Wasserschäden und großer Trockenheit im Sommer. Einsätze dieser Art werden wohl auf Grund des voranschreitenden Klimawandels in der Zukunft der Feuerwehr immer mehr an  Bedeutung gewinnen.

Im Jahr 1998 erhielt die FF Mailing-Feldkirchen endlich das lang ersehnte TLF 16/25. Es wurde feierlich mit dem im Jahr zuvor in Dienst gestellten LF 16TS von HH Stadtpfarrer Karl Mödl geweiht. Ebenfalls 1998 wurde unsere Wehr mit neuen modernen Schutzanzügen, welche bessern Schutz für ihren Träger bieten, ausgestatten.

Ein wiederkehrender Einsatzort findet sich in der MVA. Dort brannte am 6. Juni 1999 ein Müllbunker. Die Brandbekämpfung erwies sich als äußerst schwierig, da zeitweise die Wasserversorgung zusammenbrach.

Ein weiterer erwähnenswerter Einsatz ereignete sich am zweiten Weihnachtsfeiertag 1999. Ein gewaltiger Sturm fegte über die Region, knickte Bäume um und deckte Dächer ab. Unsere Wehr wurde um

17:02 Uhr nach Feldkirchen gerufen, um dort mit Hilfe eines Krans der Berufsfeuerwehr bei klirrender Kälte den Umzustürzen drohenden  Maibaum umzulegen.

 Fortsetzung folgt.................